Crossing the border

Unsere drei Wochen Sportklettern in Acephale, bei Canmore in Alberta, waren mehr oder weniger Erfolgreich. Auf jedenfall waren sie eine super Vorbereitung auf unser nächstes Ziel, den Rocky Mountains Nationalpark in Colorado: Täglich 45 Minuten Zustieg und das bei einem Höhenwechsel von Meereshöhe (Squamish) auf knapp 1600m.

Die ersten zwei Wochen hier herrschten super Bedingungen zum Sportklettern. Unten am Auto hatte es sonnige 27°C, oben am Fels etwa 15°C und Schatten, man musste immer etwas darauf achten die Finger warm zu halten vor dem klettern, damit man nicht auf halber Strecke mit vollkommen gefühllosen Fingern abtropft, also laut Katinka vielleicht doch etwas kalt. Mir gelang seit jahren mal wieder eine 8a Route, „The Hood“, 5.13b und noch einige der wirklich guten 7c Routen hier. Der Fels ist fast etwas granitähnlich, viele Hookmöglichkeiten, Leisten und glatte Strukturen. Katinka konnte mit „Altius“, 5.12c ihre dritte 7b+ Route klettern und versuchte sich dann motiviert an „Jingus Americanus“, 5.12d (7c), doch die letzte Woche wurde es dann leider schrecklich kalt.


Axel in „The Hood“, 5.13b (8a), Acephale.

Am Fels hatten wir plötzlich nur noch 6°C, teilweise gepfeffert mit einem eiskalten Wind. So dass wir keine Chance hatten während dem Klettern das Gefühl in den Händen zu behalten.

Ich hatte mich währenddessen in „Army Ants“, 5.13c (8a+) festgebissen, bei der ich nach dem ausbouldern sofort im ersten Go am letzten schweren Zug abgefolgen bin, leider blieb das auch so, denn auch mir halfen die eiskalten Finger nicht im geringsten …

Stolze siebzehn Versuche habe ich in diese ziemlich maximalkraft-ausdauerlastige Route gesteckt, stolze siebzehn mal bin ich am selben Zug abgeflogen … ein etwas wackeliger, weiter Zug in einer Platte, der allerdings aufgrund der kleinen Griffe noch etwas Gefühl in den Fingern erfordert …


Frischer Schnee auf den Bergen um Canmore.

So gaben wir schließlich auf Anfang September, weiter gehts nach Amerika!

Unser Visum hat uns schon vor einer früheren Einreise abgehalten, da wir nur 180 Aufenthaltstage haben und unser Rückflug für Ende Februar gebucht ist.

So fahren wir also am 1. September gemühtlich in Richtung Grenze, legen uns schonmal alle erforderlichen Grenzdokumente bereits und bedenken nicht, dass nach der letzten großen Stadt nur noch kleine Käffer vor der Grenze kommen und unser Tank wird immer leerer. Natürlich ist es bereits kurz vor Mitternacht und weit und breit hat keine Tankstelle mehr offen. Die letzten 50km sind wir mit dem restlichen Benzin aus den Kocherflaschen gefahren bei einer Geschwindigkeit von knapp 40km/h, und das war dann leider noch nicht alles …

Der Grenzübergang

Nach dem unsere Reisepässe einkassiert werden, werden wir wie erwartet in den Warteraum gerufen um dort nochmals alle zehn Fingerabdrücke abzugeben und unsere Reiseabsichten zu erläutern. Nachdem das alles geklärt ist, dürfen wir die Grenze überqueren … nur das Auto nicht! Es fehlt ein Aufkleber!

Ein Aufkleber der bestätigt, dass das Auto nach den Richtlinien der USA gebaut ist, nicht nur nach den Richtlinien von Canada. Einen solchen Aufkleber haben wir sogar, allerdings ist sich der Grenzbeamte sicher, dass wir sowohl einen Aufkleber im Motorraum, wie auch einen an der Fahrertür benötigen .. letzterer fehlt leider, Inhalt ist genau der selbe wie von dem in der Motorhaube.

Aber Regel ist Regel! Wir bekommen die Telefonnummer von GMC, dürfen geschwind über die Grenze fahren um zu tanken, müssen aber hoch und heilig versprechen direkt danach wieder nach Canada zu fahren um von dort aus die Autogeschichte zu regeln.

Also rufen wir am nächsten morgen bei GMC an, müssen knapp drei Stunden auf das erforderliche Bestätigungs-Fax warten, für das diese Schlawiner stolze 105$ kassieren (Nur weil ein Aufkleber gefehlt hat wohlgemerkt!!) und dürfen schließlich tatsächlich in die USA einreisen.

Wir fahren auf direktestem Weg in den Yellowstone Nationalpark, wo wir nach knapp 400 Meilen am nächsten morgen ankommen.


Hotspring im Yellowstone Nationalpark.

Der Park ist superschön, „heiße Quellen und Dinger die hochspritzen“. Im Prinzip ein riesiger Vulkan auf dem mehr als die Hälfte der weltweit aktiven Geysiere vor sich hin spritzen. Einige Tiere wie z.B. Elche, Büffel und Füchse haben wir hier angetroffen, die Bären verstecken sich aber immer noch vor uns. Bisher haben wir noch keinen einzigen entdeckt obwohl grad überall Bärsesson ist.


Hotspring im Yellowstone Nationalpark.

Nach dem Park hieß es nochmals etwa 600 Meilen fahren, insgesamt waren es ab Acephale etwa 2000km, aber nun sind wir super in Colorado angekommen, morgen geht es wieder bouldern. 🙂

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