Regen in Squamish

Nun ist wieder eine Woche rum, in der wir so einiges erlebt haben, hier in Kanada.
Ersteinmal: Direkt am Abend nach dem letzten Bericht konnte Katinka „Swank Stretch“, V5 (~fb 7a) klettern, im letzten Bericht war bereits ein Foto von ihr darin online zu sehen.Die Nacht darauf hat es direkt einmal angefangen zu Regnen, leider recht typisch für die Nahe am Pazifik gelegene Gegend. Wir beschließen also Ruhetag zu machen, da wir eh total zerstört sind. Im Laufe des Tages richten wir unser Auto so ein, das wir gemütlich drinnen Schlafen können und unser Zelt nun nicht mehr benötigen. Dazu lassen wir aus unserem Winterreifensatz die Luft ab, um sie flach in den Kofferraum legen zu können. Der ist zwar recht groß, aber die Reifen sind eben rießig und immerhin haben wir stolze acht Sitze in unserem Van. Am nächsten Tag wird wieder gebouldert, Der Australier Jay führt uns den ganzen Tag durchs Gebiet von einem klassiker zum nächsten und ich knüppel alles nieder was sich mir in den Weg stellt. Am Schluss des Tages hab ich Boulder bis V8 (~ fb 7b: „El Camino“) im Routenbuch stehen, darunter Flashbegehungen bis V7 (~ fb 7b: „Master Plan“). Katinka scheitert ganz knapp an einer Flashbegehung von „Trad Killer“, V4 (~ fb 6c) und holt ihn sich dann direkt im zweiten Versuch.


Katinka klettert „Trad-Killer“, V4 (~ fb 6c) im zweiten Versuch.

Am nächsten morgen also wieder dementsprechend zerstört glauben wir noch nicht so recht ans Klettern. Wir fahren in Richtung Stadt und auf halber Strecke steht ein unbekannter Ami auf der Straße winkt uns zu und ruft „Hey Axel, you remember me from Hueco Tanks? Can you jumpstart our car?“ was soviel heißt wie: „Hey Axel, erinnerst du dich an mich aus Hueco Tanks (Bouldergebiet in Texas, USA)? Kannst du unserem Auto Starthilfe geben?“. Jeremy, so heißt der Ami, scheint wohl ein besseres Namensgedächtnis zu haben als ich ;-). Jedenfalls gibt er uns den genialen Tipp, dass heute im Ort ein Hindu Fest stattfinden soll.

Wir fahren sofort hin, ein besseres Frühstück hätten wir uns nicht wünschen können: Überall Stände aufgebaut mit kostenlosem Essen und Getränken, hauptsächlich indische Spezialitäten. Ständig heißt es freundlich von irgendeinem anderen Stand: Bitte probiere das, oder das, oder das …Wir stopfen uns die Mägen voll, schaffen es kaum uns durch das komplette angebotene Menü zu essen und spätestens nach den vielfältigen Nachtischen steht entgültig fest, dass wir heute nicht mehr klettern gehen. Wir schauen uns noch den Fest-Umzug an, stocken unsere Saftvorräte im Bus gewaltig auf und ziehen schließlich von dannen, um unseren Bus weiter, komfortabler einzurichten.Abends versuchen wir, wider aller Vernunft, dennoch Bouldern zu gehen. Trotz des nächlichen Regens sind die Bedingungen super, dank dem ständigen Wind trocknet der Granit immer superschnell ab, aber unsere Mägen sind einfach noch zu voll und wir hätten wohl besser gleich am Auto bleiben können ;-).


Hindu Festival in Squamish.

Am nächsten Morgen entscheiden wir uns Routenklettern zu gehen. 25km weiter im Norden ist der Cheakamus Canyon. Unser Auto ist super Geländegängig, wir schaffen es durch einen halben Meter tiefe Schlaglöcher bis zum Fels vorzufahren und müssen daher nicht allzuweit laufen. Recht slopriger, bachgestein Granit erwartet uns. Die Routen an der Forgotten Wall sind teilweise leider etwas größenabhängig, was Katinka in „The Incredible Journey“, 5.12a (UIAA 8+) feststellen muß. Die eigentliche Route taugt ihr recht gut nur die letzten zwei vier Meter, die eigentlich nicht mehr schwer sind muss sie durch einen knallharten Boulder ersetzen, da sie einfach nicht wie ich an den nächsten Griff reichen kann. Ich selber klettere noch „Sudden Impact“, 5.12c (UIAA 9-) im zweiten Versuch, onsighten ist hier ziemlich hart, da die Routen recht tricky sind und die Griffe immer etwas versteckt sind.

Am zweiten Tag gelingt mir zum aufwärmen „Boiler Room“, 5.12d (UIAA 9), die ich am Tag zuvor schon kurz ausgebouldert hatte, danach geht es weiter zum Sektor Circus, da es mal wieder regnet und hier die Routen regengeschützt sind. Katinka klettert „Face the Music“, 5.12a (UIAA 8+) im zweiten Versuch und ich beschließe nach ein paar leichteren Routen den restlichen Tag zu ruhen um am nächsten Tag wieder bouldern zu gehen. Abends gibt es dann selbstgeschabte Spätzle zusammen mit Geschnetzeltem und selbstgemachter Bratensoße. Tipp: Probiert die Bratensoße mal mit Erdnussbutter anzureichern. Schmeckt köstlich :).


Katinka beim Spätzle schaben.

Über Nacht regnet es immernoch leicht, aber die Boulder am nächsten Tag sind wieder trocken. Zum aufwärmen will ich die ersten Züge im „Auto Body“ V8 (~ fb 7b+), das mich ein paar Tage zuvor leider vollkommen entkräftet am Schluss des Tages immer nur noch abgeworfen hatte, weiter einschleifen und stehe plötzlich überrascht auf dem Gipfel des Boulders, scheint also ein guter Tag zu werden. Katinka gelingt ebenfalls ihr neuestes Kurzzeitprojekt „Mantel Madness“, V4 (~ fb 6c) zum aufwärmen, bald hat es wohl keine V4 Boulder mehr im Wald die sie nicht in ihrem Routenbuch stehen hat.Ich versuche mich noch etwas in „The Seam“, V10 (~ fb 7c+), berühre den Abschlusshenkel noch leicht, aber ganz hat es noch nicht sein wollen. Auch bei „The Egg“, V11 (~ fb 8a) einem Testpiece Boulder von Chris Sharma habe ich keinen entgültigen Erfolg, bekomme aber zumindest bis auf den Startzug alle Züge recht schnell hin.

Das wars nun erstmal wieder von uns. Und übrigens: Ihr dürft gerne einen Gästebucheintrag hinterlassen 😉

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